Wer Waffen und Wappen trägt im Königreich

unter Waffen

Wenn eines Königreiches Größe in der Zahl seiner Waffen gemessen wird, dann, mein Prinz, blickt ihr auf traurige Zeiten. Wenn es jedoch der Mut und die Ehre in den Herzen der Kämpfer ist, die wahre Größe verleihen, so frohlocket. Saget mir Herr, wessen Mut könnte größer genannt werden, als der eines Schwertmannes, der einer Schildmaid, die um die Gewissheit ihrer Niederlage wissen und dennoch kämpfen. Sie kämpfen allein, ohne Aussicht auf Sieg, nur um des Stolzes Willen, nur um der Welt zu zeigen, das Albernia nicht kampflos stirbt, dass sie Knechtschaft nicht dulden. Frohlocket mein Prinz! Euer Königreich umspannt die Welt.

Wie auch die Provinzen des Raulschen Reiches nannte Albernia einst viele und stolze Regimenter sein eigen, die unter dem Stab des Reichserzmarschalls in die Schlacht zogen. Diese Zeiten sind vorbei. Es gibt keine albernischen Regimenter mehr. Als erstes war es die Gier eines Kaisers Reto, der Maraskans ferne Bäume mit dem Blut Albernias düngte. Die Orken forderten sodann ihren Preis, die Oger nicht minder. Der Dämonenmeister folgte und Albernias Banner sanken mal um mal in den Staub. Der letzte Stoß aber durchbrach unsere Rüstung von hinten. Einen Feind im Osten zu wehren, rief man albernische Waffen. Andere wären näher gewesen, doch die Nordmarken wussten immer schon sich zurückzuhalten und Garetiens Mannen waren dem Reich zu kostbar, um sie auf dem Schlachtfeld zu opfern. So rief man Albernia und es folgte. Doch noch während unsere Wehr auf Arves Pass zu marschierte, drohte der Ork dem heimischen Herdfeuer. Die Soldaten murrten. Sie wollten heim, sie sorgten sich um die Ihren, sie sahen Waffen und Krieger, die nah waren und groß an Zahl, sahen den Paß wohl bewehrt und so brachen viele von ihnen in die Heimat auf.
Das Reich nennt sie Verräter. Es jagte sie - dafür hatten sie Waffen genug - und erschlug gar viele auf dem Weg nach Hause, im Schatten der Kaiserstadt Gareth. Ugo, der Blutige, machte seinem Namen Ehre. Manche überlebten, manche erreichten die Heimat. Achtet sie. Wäre es nicht um ihre Hilfe, in der entscheidenden Schlacht, in der entscheidenden Stunde, auf Eurem Thron würden nun Orks ihrem Götzen Opfer bringen. Seit diesem Tag der Schlacht von Hammer und Amboß, wo Albernia den Schwarzen Marshall bezwang, seitdem gibt es keine albernischen Regimenter mehr.

Des Reiches Wehr ruht darob heute auf anderen Schultern. Die Eure Farben tragen, den Rittern der Krone, gebührt die erste Nennung. So wie diese Recken Eurem Hause und Euren Freunden verbunden sind, so halten auch die anderen hohen Häuser Albernias Ritter in Waffen unter ihrem Banner versammelt. Unter all jenen ist Euer Gefolge das größte. Doch schätzt auch die anderen nicht gering. Gemeinsam wären sie an Waffen Euch überlegen. Das sie die Waffen aber nicht einst gegen Euch einen werden, dass muß Euch weise Herrschaft bescheren. Mit Stärke und Macht allein herrscht kein König in Albernia.

Doch nicht nur zu Pferde muß ein Reich gerüstet sein. So gehören auch Schiffe und Segel, Ruder und Mast zum Gefolge des Königreiches. Viele Schiffe habt ihr nicht, auch wenn die wenigen stolz und schnell sind. Darum gibt es auch Edle in Eurem Reich, die Euch keine Heeresfolge zu Lande, doch zur See leisten und deswegen ebenso Euren Dank verdienen, wie jeder Ritter.

So steht es also um Alberniens Wehr. Es sind dunkle Zeiten. Haltet Euer Schwert stets nah und versichert Euch der Freunde, dann werdet ihr einst König eines freien Landes sein.

 





 

 

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deutsche Seiten 2008-02-17
deutsche Seiten 2006-06-05

 
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